Asbestentsorgung-Verzeichnis

Ratgeber

PAK im Parkettkleber erkennen und sanieren

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Schwarzer, teerartiger Klebstoff unter Parkett aus der Zeit bis Ende der 1960er-Jahre enthält oft PAK aus Steinkohlenteerpech, krebserzeugende Stoffe. Ab einem Gehalt von 50 Milligramm je Kilogramm gelten besondere Schutzmaßnahmen: ein Fachbetrieb, Atemschutz und ein abgetrennter Arbeitsbereich. Sicherheit gibt nur eine Laboranalyse.

Grenzwert für PAK im Klebstoff
50 Milligramm je Kilogramm Klebstoff
BG BAU, Sanierung PAK-haltiger Klebstoffe, Handlungsanleitung, Stand 2015
Gemessener PAK-Gehalt in altem Kleber
bis zu 20.000 Milligramm je Kilogramm
BG BAU, Sanierung PAK-haltiger Klebstoffe, Handlungsanleitung, Stand 2015
Mindestschutz für die Atemwege
Partikelfilter der Stufe P2
BG BAU, Sanierung PAK-haltiger Klebstoffe, Betriebsanweisung, Stand 2015
Ein altes Parkettbrett wird angehoben, darunter ist dunkler Klebstoff sichtbar
Unter dem alten Parkett kommt der Klebstoff zum Vorschein. Bild: KI generiert.

Woran erkennen Sie PAK-haltigen Parkettkleber?

Bis Ende der 1960er-Jahre wurde Parkett vielerorts mit einem Klebstoff aus Steinkohlenteerpech verklebt, weil er sich dünner auftragen ließ als der bis dahin übliche Heißasphalt. Steinkohlenteer enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, deren Leitstoff Benzo[a]pyren als krebserzeugend und erbgutverändernd gilt. Viele alte Parkettböden müssen deshalb bei einer Sanierung oder Renovierung besonders behandelt werden, und auch beim Umbau alter Werkhallen taucht das Material oft erst beim Rückbau auf. Einen Überblick über weitere Schadstoffe aus derselben Bauzeit gibt der Ratgeber Welche Schadstoffe außer Asbest im Altbau stecken.

Mosaikparkett wurde bis Anfang der 1960er-Jahre mit Teerkleber verlegt, Stabparkett bis Ende der 1960er-Jahre, Holzpflaster in Werkstätten teils sogar bis 1989. Die folgende Übersicht zeigt, bei welchem Bodenbelag welche Verlegezeit ein Risiko bedeutet.

Wann mit PAK-haltigem Parkettkleber zu rechnen ist, nach Bodenbelag und Verlegezeit.
BodenbelagVerlegezeit mit RisikoHinweis
Mosaikparkettbis Anfang der 1960er-Jahredanach Ersatz durch helle Kunstharzklebstoffe
Stabparkettbis Ende der 1960er-Jahrelängere Nutzung des Teerklebers als bei Mosaikparkett
Holzpflaster in Werkstätten und Gewerberäumenbis mindestens 1989lange Standard, vereinzelt bis heute im Ausland produziert

Schwarzer, teerartig riechender Kleber ist das wichtigste Anzeichen, reicht aber nicht als Beweis. Seltene Kleber auf Bitumenbasis sehen ähnlich aus, enthalten aber kaum PAK. Nur eine Laboranalyse auf Benzo[a]pyren gibt Sicherheit. Nehmen Sie die Probe nicht selbst durch Kratzen oder Bohren, sondern lassen Sie sie von einer erfahrenen Person entnehmen, damit dabei kein belasteter Staub in die Raumluft gelangt.

Ab welchem Grenzwert gelten besondere Schutzmaßnahmen?

Die Regeln der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, kurz BG BAU, zum Entfernen PAK-haltiger Klebstoffe gelten ab einem Gehalt von 50 Milligramm Benzo[a]pyren je Kilogramm Klebstoff. Darunter greifen sie nicht. Bei Fußböden aus den genannten Verlegezeiten ist erfahrungsgemäß von deutlich höheren Werten auszugehen: Analysen alter Klebstoffe ergaben bis zu 20.000 Milligramm je Kilogramm und mehr.

Eine Bewertung für die reine Nutzung, also für Bewohner, die auf dem intakten Parkett gehen, nehmen diese Regeln ausdrücklich nicht vor. Sie gelten für Beschäftigte, die den Klebstoff bei Ausbau- oder Sanierungsarbeiten unmittelbar berühren oder dessen Staub einatmen können.

Wie läuft die fachgerechte Sanierung ab?

Zwei Wege stehen offen: Das Parkett bleibt liegen, oder es wird entfernt. Nur der zweite Weg macht besondere Schutzmaßnahmen nötig, weil erst dabei jemand mit dem belasteten Kleber in Berührung kommt.

  • Parkett bleibt liegen oder wird überdeckt: Solange niemand mit dem alten Kleber in Berührung kommt, reicht der übliche Schutz vor Holzstaub beim Schleifen.
  • Parkett wird entfernt: Der Auftrag geht nur an einen Betrieb, der seine Erfahrung, sein Personal und seine Ausrüstung für diese Arbeit nachweisen kann.
  • Vor Arbeitsbeginn erstellt der Betrieb eine schriftliche Anweisung und unterweist seine Beschäftigten.
  • Der Arbeitsbereich wird abgetrennt, der Zugang läuft über eine Schleuse.
  • Das Material wird staubarm entfernt, mit einem starken Industriesauger aufgenommen, und der Arbeitsbereich wird vor der Freigabe gründlich gereinigt.
  1. Verdacht durch Sichtprüfung eingrenzen: schwarzer, teerartiger Kleber unter Parkett oder Holzpflaster aus der genannten Verlegezeit.
  2. Materialprobe durch ein geprüftes Labor auf Benzo[a]pyren untersuchen lassen.
  3. Bei einem Gehalt ab 50 Milligramm je Kilogramm einen Fachbetrieb mit nachgewiesener Erfahrung beauftragen.
  4. Arbeitsbereich abtrennen, Beschäftigte unterweisen und eine ärztliche Vorsorge veranlassen.
  5. Nach der Reinigung den Arbeitsbereich freigeben und den Abfall der richtigen Entsorgung zuführen.
Müssen Sie Ihr Parkett mit PAK-Kleber entfernen lassen?

Bleibt das Parkett fest verklebt, und wird es weder ausgebaut noch großflächig geschliffen?

Ja

Dann dürfen Sie es liegen lassen oder mit einem neuen Bodenbelag überdecken. Besondere Schutzmaßnahmen sind nicht nötig, nur der übliche Schutz vor Holzstaub, falls geschliffen wird.

Nein

Liegt der gemessene Wert bei 50 Milligramm Benzo[a]pyren je Kilogramm oder darüber?

Ja

Dann gelten die vollen Schutzmaßnahmen: ein Fachbetrieb mit nachgewiesener Erfahrung, eine Schleuse, ein Industriesauger und persönliche Schutzausrüstung.

Nein

Dann reicht meist ein allgemeiner Staubschutz beim Ausbau. Eine Bestätigung durch die Laboranalyse bleibt trotzdem die einzige sichere Grundlage.

Wer darf den Kleber entfernen?

Für die Bauleitung braucht es Personen mit ausreichender Erfahrung im Umgang mit diesem Stoff. Eine bundesweite Pflichtzertifizierung wie bei Asbest gibt es dafür nicht. Die Anforderung an Erfahrung, Personal und Ausrüstung wirkt in der Praxis aber ähnlich streng, weil ohne diesen Nachweis kein Auftrag vergeben werden darf.

Beschäftigte, die mit diesem Kleber arbeiten, brauchen vor Beginn der Arbeit und danach regelmäßig eine ärztliche Vorsorge, dazu eine Vorsorge für das Tragen von Atemschutzgeräten. Für Privatpersonen ist das ein weiterer Grund, die Arbeit nicht selbst auszuführen, sondern einem Fachbetrieb mit eigenem ärztlichen Dienst zu übergeben.

Wie entsorgen Sie den Kleber richtig?

PAK-haltiger Klebstoff und die mit ihm verklebten Reste zählen als Sondermüll. Eine Vermischung mit dem übrigen Bauschutt ist nicht zulässig, weil sie die gesamte Menge nachweispflichtig machen würde. Für den Transport braucht der Betrieb eine eigene Erlaubnis, und jede Fahrt wird digital dokumentiert, genau wie bei asbesthaltigem Material.

Anfallender Staub und kleinere Reste werden am Entstehungsort mit einem starken Industriesauger aufgenommen, nicht mit Druckluft abgeblasen oder trocken zusammengekehrt. Vor dem Zusammenkehren nicht aufsaugbarer Reste wird das Material angefeuchtet, damit kein belasteter Staub in andere Räume gelangt.

Was kostet eine Sanierung, und wer zahlt sie?

Eine bundesweite Preisliste für die Entfernung von PAK-haltigem Parkettkleber gibt es nicht. Der Preis richtet sich nach der Fläche, dem gemessenen Wert und danach, ob nur das Parkett oder auch der Estrich darunter betroffen ist. Eine tiefere Belastung bedeutet mehr Abtrag und mehr Entsorgungsmasse. Die Arbeitskosten eines Fachbetriebs im eigenen Haushalt können Sie wie bei anderen Schadstoffsanierungen als Handwerkerleistung von der Steuer absetzen: 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro im Jahr.

Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und lassen Sie sich den gemessenen Wert sowie die daraus folgende Schutzstufe nennen. Ein Angebot, das weder eine Laboranalyse noch eine schriftliche Anweisung erwähnt, hat die Arbeit entweder unterschätzt oder gar nicht richtig kalkuliert. Ist im selben Haus auch der Dachstuhl verdächtig, lohnt ein Blick in den Ratgeber Holzschutzmittel mit PCP und Lindan erkennen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob mein alter Parkettboden PAK-haltigen Kleber hat?

Ein schwarzer, teerartig riechender Kleber unter Parkett oder Holzpflaster aus der Zeit bis Ende der 1960er-Jahre ist der wichtigste Hinweis. Sicherheit gibt nur eine Laboranalyse auf Benzo[a]pyren, weil auch seltene, ungefährliche Kleber ähnlich aussehen können.

Muss ich mein altes Parkett mit PAK-Kleber unbedingt entfernen lassen?

Nein, solange das Parkett fest verklebt bleibt und niemand mit dem alten Kleber in Berührung kommt, dürfen Sie es liegen lassen oder mit einem neuen Belag überdecken. Besondere Schutzmaßnahmen werden erst nötig, wenn der Kleber tatsächlich entfernt wird.

Ab welchem Wert gelten die besonderen Schutzmaßnahmen?

Die Regeln der BG BAU gelten ab 50 Milligramm Benzo[a]pyren je Kilogramm Klebstoff. Bei Fußböden aus den typischen Verlegezeiten liegt der tatsächliche Wert erfahrungsgemäß weit darüber, teils bei mehreren Tausend Milligramm je Kilogramm.

Kann ich PAK-haltigen Parkettkleber selbst entfernen?

Davon ist abzuraten. Der Auftrag soll nur an einen Betrieb gehen, der seine Erfahrung, sein Personal und seine Ausrüstung für diese Arbeit nachweisen kann. Ohne Schleuse, Industriesauger und persönliche Schutzausrüstung setzen Sie sich einem krebserzeugenden Stoff aus, der auch über die Haut wirkt.

Wie entsorge ich PAK-haltigen Parkettkleber?

Der Kleber zählt als Sondermüll und darf nicht mit gewöhnlichem Bauschutt vermischt werden. Ein Fachbetrieb trennt Holz und Kleberreste, transportiert die belasteten Anteile mit einer entsprechenden Erlaubnis und dokumentiert jede Fahrt, damit Sie als Auftraggeber einen Beleg für die ordnungsgemäße Entsorgung erhalten.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Sanierung PAK-haltiger Klebstoffe: Handlungsanleitung zum Entfernen PAK-haltiger Klebstoffe für Holzfußböden, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU),
  2. Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV), Paragraf 14, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  3. Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung), Anlage, Kapitel 17 03, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  4. Einkommensteuergesetz (EStG), Paragraf 35a Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  5. PAK in Parkettklebern erkennen, Grenzwerte verstehen und richtig sanieren, baulaser.net,
  6. Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), Vorschriften zur Überwachung gefährlicher Abfälle, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),

Einsatz von Sprachmodellen

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Stand dieser Angaben: 22. September 2026.