Asbestentsorgung-Verzeichnis

Ratgeber

Gibt es eine Förderung für die Asbestsanierung 2026?

Veröffentlicht am

Nein, eine eigene Förderung nur für Asbestarbeiten gibt es 2026 nicht, weder vom Bund noch in den meisten Bundesländern. Geld fließt nur mit, wenn Sie gleichzeitig die Außenwand oder das Dach energetisch dämmen: Der Bund übernimmt dann 15, mit Sanierungsfahrplan 20 Prozent der gesamten Kosten, Asbestausbau eingeschlossen.

Zuschuss für Wanddämmung mit Asbestausbau
15 Prozent der Kosten
BAFA, Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Stand 21. Juli 2026
Zusatzbonus ab 30.000 Euro Investition
5 Prozent mehr
BAFA, Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Stand 21. Juli 2026
Höchstbetrag für die erste Wohnung
30.000 Euro, mit Plan 60.000 Euro
BAFA, Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Stand 21. Juli 2026
Hand bedient einen Taschenrechner neben einem Modellhaus und Münzen
Eine mögliche Förderung wird durchgerechnet. Bild: KI generiert.

Eine eigene Förderung für Asbestarbeiten gibt es nicht

Weder der Bund noch die meisten Bundesländer fördern das Entfernen von Asbest als eigenständige Maßnahme. Sie können also nicht einfach einen Antrag stellen mit der Begründung, Sie wollten Asbest loswerden, und dafür Geld bekommen. Der Grund: Asbestausbau gilt als Sanierung eines Bauschadens und als Gesundheitsthema, nicht als Klimaschutz, und die großen Fördertöpfe des Bundes hängen am Energieverbrauch des Hauses.

Diese Zahlen gelten für die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Sie zahlt nicht für Asbest an sich, sondern für die energetische Dämmung der Außenwand oder des Dachs. Steckt in der Wand oder unter dem Dach Asbest, das beim Dämmen ohnehin raus muss, zählt der Ausbau als notwendige Vorarbeit und wird mitgefördert. Das aktuelle Merkblatt der Förderbanken nennt das ausdrücklich. Beim Dach gelten Abbrucharbeiten wie alte Dämmung, Dacheindeckung oder Asbest als förderfähig. Bei der Außenwand gilt dasselbe für den Abbruch von Putz oder Balkonen samt notwendiger Asbestbeseitigung.

So beantragen Sie den Zuschuss richtig

Den Zuschuss beantragen Sie, bevor die Arbeiten beginnen, beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA. Für dieselbe Maßnahme gibt es alternativ einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss über die staatliche Förderbank KfW. Hat Ihnen das BAFA den Zuschuss bereits bewilligt, können Sie über diesen Kredit zusätzlich bis zu 120.000 Euro je Wohnung finanzieren.

Für den Antrag brauchen Sie in der Regel einen anerkannten Energieberater, der die Maßnahme bestätigt. Ob für Ihr Haus zusätzlich ein Sanierungsfahrplan vorliegt, entscheidet, ob Sie die zusätzlichen 5 Prozent bekommen, allerdings erst ab einer Investition von 30.000 Euro in diese eine Maßnahme.

Was Landesförderbanken zusätzlich anbieten

Einige Bundesländer haben eigene Förderbanken, die zusätzlich zum Bund helfen, meist als Kredit und nicht als Zuschuss. Ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen zeigt, wie das aussehen kann.

Die NRW.BANK vergibt für selbst bewohnte Häuser ein zinsgünstiges Darlehen zwischen 2.500 und 150.000 Euro, das ausdrücklich auch Schadstoffsanierung nennt, wozu Asbest gehört. Der Zins hängt von der Laufzeit ab: Bei 10 Jahren liegt er bei 4,38 Prozent, bei 20 Jahren bei 4,93 Prozent, Stand September 2026. Das ist kein Zuschuss, sondern ein Kredit, den Sie zurückzahlen, aber die Zinsen liegen oft unter dem, was Banken sonst für einen unbesicherten Kredit verlangen.

Warum eine Abwrackprämie für Asbest noch fehlt

Die Baugewerkschaft IG BAU fordert seit Jahren eine eigene Förderung für Hausbesitzer, die ihr asbesthaltiges Dach oder ihre Fassade sanieren. Sie nennt das eine Abwrackprämie, bei der der Staat einen Teil der Entsorgungskosten übernehmen soll. Bislang ist daraus kein Bundesprogramm geworden. Wer im Internet nach einer Asbest-Abwrackprämie sucht, findet deshalb vor allem Berichte über diese Forderung, kein tatsächliches Programm, bei dem Sie einen Antrag stellen können.

Diese Kosten bleiben ohne Förderung bei Ihnen

Lassen Sie nur das Asbest entfernen, ohne gleichzeitig zu dämmen, zahlen Sie die gesamte Rechnung selbst, abzüglich des Handwerkerbonus bei der Steuer. Was das konkret kostet, hängt von Menge und Aufwand ab. Allein der Preis der Deponie für eine Tonne Asbestzement liegt 2026 zwischen 115,50 und 559,30 Euro, dazu kommen Laboranalyse, Verpackung und die Arbeitszeit des Betriebs. Die volle Aufschlüsselung finden Sie im Ratgeber Was kostet eine Asbestentsorgung 2026?.

Bekommen Sie Förderung für Ihre Asbestarbeit?

Lassen Sie gleichzeitig die Außenwand oder das Dach energetisch dämmen, wo Asbest im Weg steht?

Ja

Liegt für Ihr Haus ein Sanierungsfahrplan vor, und investieren Sie mehr als 30.000 Euro in diese eine Maßnahme?

Ja

Dann bekommen Sie 20 Prozent der gesamten Kosten als Zuschuss, den Asbestausbau eingeschlossen, bis 60.000 Euro für die erste Wohnung.

Nein

Dann bekommen Sie 15 Prozent der gesamten Kosten als Zuschuss, den Asbestausbau eingeschlossen, bis 30.000 Euro für die erste Wohnung.

Nein

Bietet die Förderbank Ihres Bundeslandes ein Darlehen für Schadstoffsanierung an?

Ja

Dann können Sie die Arbeit über ein zinsgünstiges Darlehen finanzieren, das Sie aber vollständig zurückzahlen. Fragen Sie direkt bei Ihrer Landesförderbank nach.

Nein

Dann bleibt Ihnen nur der Handwerkerbonus bei der Steuer für den Arbeitslohn.

Häufige Fragen

Zahlt die KfW für eine Asbestsanierung?

Nur mittelbar. Die KfW und die Förderbank BAFA zahlen nicht für Asbest an sich, sondern für die energetische Dämmung von Außenwand oder Dach. Muss dafür asbesthaltiges Material weichen, wird der Ausbau als notwendige Vorarbeit mitgefördert, mit 15 bis 20 Prozent der gesamten Kosten.

Gibt es eine Förderung nur fürs Asbestdach ohne Dämmung?

Nein. Ohne gleichzeitige energetische Dämmung der Dachfläche zahlt der Bund für den reinen Austausch eines Asbestzementdachs nichts. Sie können den Ausbau nur über den Handwerkerbonus bei der Steuer oder ein Landesdarlehen abfedern.

Was ist die Asbest-Abwrackprämie, und kann ich sie beantragen?

Die Asbest-Abwrackprämie ist bisher kein echtes Förderprogramm, sondern eine Forderung der Baugewerkschaft IG BAU an die Politik. Einen Antrag dafür gibt es nicht. Verwechseln Sie den Begriff nicht mit der tatsächlichen Förderung über die energetische Sanierung.

Fördert mein Bundesland die Asbestsanierung?

Das ist von Land zu Land unterschiedlich und ändert sich häufig. Nordrhein-Westfalen bietet über die NRW.BANK zum Beispiel ein zinsgünstiges Darlehen an, das Schadstoffsanierung ausdrücklich einschließt. Fragen Sie am besten direkt bei der Förderbank Ihres Bundeslandes nach.

Kann ich Zuschuss und Steuerermäßigung gleichzeitig nutzen?

Nein, nicht für dieselben Kosten. Für Arbeiten, die schon einen Zuschuss oder einen zinsverbilligten Kredit vom Staat bekommen haben, gibt es keinen zusätzlichen Handwerkerbonus bei der Steuer mehr. Sie müssen sich für einen der beiden Wege entscheiden.

Muss ich den Zuschuss vor oder nach der Sanierung beantragen?

Vorher. Sie stellen den Antrag, bevor die Arbeiten beginnen, direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Ein nachträglicher Antrag für bereits begonnene oder abgeschlossene Arbeiten wird abgelehnt.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): Förderfähige Maßnahmen, Version 11.0 (09/2026), KfW-Bestellnummer 600 000 4863, Nummern 2.1 und 2.2, KfW Bankengruppe,
  2. Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle: Fördersätze, iSFP-Bonus und Höchstbeträge, Allgemeines Merkblatt zur Antragstellung (Juli 2026), Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA),
  3. NRW.BANK.Gebäudesanierung: Förderkredit für Eigentümer, unter anderem für Schadstoffsanierung, NRW.BANK,
  4. Einzelmaßnahmen-Ergänzungskredit Wohngebäude (358, 359), KfW Bankengruppe,
  5. Gewerkschaft will Abwrackprämie für Asbest-Häuser, Staatsanzeiger Baden-Württemberg,
  6. Einkommensteuergesetz (EStG), Paragraf 35a Absatz 5 Satz 1: Ausschluss bereits öffentlich geförderter Maßnahmen vom Handwerkerbonus, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,

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Stand dieser Angaben: 25. September 2026.