Nimmt Ihr Wertstoffhof überhaupt Asbest an?
Eine bundesweite Regel gibt es dafür nicht. Jeder Landkreis und jede Stadt entscheidet selbst, ob und wie sie Asbest von Privatpersonen annehmen. Die Unterschiede sind groß: Manche Kreise haben eigene Annahmetage nur für Asbest, andere schließen ihn aus ihren Recyclinghöfen komplett aus und verweisen auf private Entsorger.
Ein Beispiel für das andere Extrem ist Berlin. Die Berliner Stadtreinigung schließt Abfälle mit losen Asbestfasern von ihren Recyclinghöfen ausdrücklich aus, weil sie zu den krebserzeugenden Fasern zählen, die dort niemand annehmen darf. Wer in Berlin wohnt, braucht also von vornherein einen anderen Weg, meist einen Fachbetrieb. Bevor Sie also überhaupt planen, was Sie mitbringen, rufen Sie kurz bei Ihrer Abfallberatung an und fragen Sie: Nehmen Sie Asbest an, und wenn ja, wie?
Wie viel Sie ohne Fachbetrieb abgeben dürfen
Wo eine Annahme möglich ist, ziehen die meisten Kreise eine enge Grenze, und sie lassen sich die Anlieferung auch bezahlen. Im Landkreis Nürnberger Land kostet die Kleinstmenge bis 100 Liter 7,50 Euro, ein einzelner Big-Bag 45,00 Euro und zwei Big-Bags als doppelte Menge 90,00 Euro, mehr wird nicht angenommen. Die Stadtreinigung Hamburg deckelt bei 500 Litern je Anlieferung und berechnet dafür 18,50 Euro je angefangene 100 Liter. Beide Kreise verlangen zusätzlich: unzerbrochen und schon von zu Hause staubdicht verpackt.
| Ort | Erlaubte Menge | Gebühr | Anmeldung |
|---|---|---|---|
| Landkreis Nürnberger Land | 1 oder 2 Big-Bags, sonst Kleinstmenge bis 100 Liter | 7,50 bis 90,00 Euro pauschal | Termin vorab online buchen |
| Stadtreinigung Hamburg | bis 500 Liter je Anlieferung | 18,50 Euro je angefangene 100 Liter | Telefonische Voranmeldung Pflicht |
| Berliner Stadtreinigung (BSR) | keine, Annahme ausgeschlossen | entfällt | entfällt, anderer Weg nötig |
Für ganze Dächer oder größere Mengen aus einer Sanierung reicht diese Grenze nirgends aus. Dort bleibt nur der Weg über einen Fachbetrieb, der die Menge über seinen eigenen Sammelnachweis entsorgt, wie im Artikel Entsorgungsnachweis und Begleitschein für Asbest beschrieben.
Ob Sie sich vorher anmelden müssen
Bei fast allen Kreisen, die Asbest überhaupt annehmen, reicht es nicht, einfach mit dem Auto vorzufahren. Der Landkreis Nürnberger Land verlangt, dass Sie den Termin vorab online buchen, und nur zwei seiner Höfe nehmen Asbest überhaupt an, jeweils nur an einem festen Wochentag. Die Stadtreinigung Hamburg verlangt eine telefonische Voranmeldung über ihre eigene Servicenummer, bevor Sie zur Annahmestelle fahren.
Der Grund für diese Hürde ist keine Schikane. Jede Anlieferung muss ein Mitarbeiter persönlich abnehmen, die Verpackung prüfen und, je nach Kreis, eine Erklärung von Ihnen unterschreiben lassen. Ohne Termin steht entweder niemand bereit, oder Ihre Anlieferung wird an der Schranke abgewiesen. Ein kurzer Anruf oder eine Online-Buchung vorab erspart Ihnen die Fahrt umsonst.
Wie Sie Asbest für die Anlieferung verpacken
Verpackt werden muss der Asbest, bevor Sie überhaupt losfahren, nicht erst am Wertstoffhof. Vorgeschrieben ist eine staubdichte, reißfeste Verpackung, meist ein Big-Bag oder für kleine Reste ein Foliensack, dazu eine Kennzeichnung, die vor der ersten Befüllung angebracht wird. Vor Ort bekommen Sie dann oft noch eine Nummer, mit der Ihr Sack eindeutig Ihrer Anlieferung zugeordnet wird.
- Platten unzerbrochen lassen, nicht sägen, brechen oder werfen.
- Vor dem Einpacken anfeuchten oder mit Bindemittel besprühen, damit sich keine Fasern lösen.
- Einzelne kleine Teile, etwa ein Blumenkübel, reichen in einen Foliensack.
- Ganze Wellplatten gehören in einen flachen Platten-Big-Bag, der ein Zerbrechen beim Einlegen verhindert.
- Den fertig verpackten Sack erst kurz vor der Fahrt ins Auto laden, nicht tagelang offen im Freien lagern.
Den passenden Sack müssen Sie sich nicht immer extra besorgen: Der Landkreis Nürnberger Land verkauft Big-Bags und Foliensäcke direkt an seinen Wertstoffhöfen, ohne dass Sie dafür einen eigenen Termin brauchen. Welche Sackgröße zu welchem Abfall passt und wo Sie sonst noch Big-Bags bekommen, zeigt der Artikel Big-Bag für Asbest.
Was Sie mitbringen sollten
Damit die Anlieferung nicht an der Schranke scheitert, gehört mehr ins Auto als nur der Sack.
- Termin oder telefonische Voranmeldung erledigen, bevor Sie packen.
- Asbest zu Hause bereits staubdicht in einem gekennzeichneten Big-Bag oder Foliensack verpacken.
- Personalausweis mitnehmen, viele Kreise verlangen einen Wohnsitznachweis für Ihren Landkreis oder Ihre Stadt.
- Bargeld oder Kartenzahlung für die Pauschale einplanen, Beträge liegen je nach Ort zwischen 7,50 und 90,00 Euro.
- Nach der Abgabe den Annahmebeleg mitnehmen und in Ihrer Gebäudeakte aufbewahren.
Häufige Fragen
Nimmt jeder Wertstoffhof Asbest an?
Nein, das entscheidet jeder Landkreis und jede Stadt selbst. Manche haben eigene Annahmetage nur für Asbest, andere schließen ihn ganz aus, so wie die Berliner Stadtreinigung. Fragen Sie vor der Fahrt bei Ihrer Abfallberatung nach, ob und wo Ihr Wohnort Asbest annimmt.
Wie viel Asbest darf ich zum Wertstoffhof bringen?
Die erlaubte Menge ist meist klein: Der Landkreis Nürnberger Land erlaubt höchstens zwei Big-Bags pro Grundstück und Tag, die Stadtreinigung Hamburg deckelt bei 500 Litern je Anlieferung. Für größere Mengen aus einer Sanierung reicht das nirgends, dort brauchen Sie einen Fachbetrieb.
Muss ich mich vorher anmelden, bevor ich Asbest abgebe?
Bei den meisten Kreisen ja. Der Landkreis Nürnberger Land verlangt eine Terminbuchung im Voraus, die Stadtreinigung Hamburg eine telefonische Voranmeldung über die Servicenummer. Ohne Anmeldung riskieren Sie, dass die Annahmestelle Ihren Sack an der Schranke abweist.
Was kostet die Abgabe von Asbest am Wertstoffhof?
Die Gebühr liegt meist als Pauschale zwischen 7,50 und 90,00 Euro, je nach Menge und Landkreis. Der Landkreis Nürnberger Land verlangt 45,00 Euro für einen Big-Bag, die Stadtreinigung Hamburg rechnet nach Litern ab, 18,50 Euro je angefangene 100 Liter.
In welchem Sack muss ich Asbest zum Wertstoffhof bringen?
Asbest muss staubdicht und reißfest verpackt sein, meist in einem Big-Bag für Platten oder einem Foliensack für kleine Reste. Beide sind gekennzeichnet und oft direkt am Wertstoffhof erhältlich. Ohne diese Verpackung darf das Personal die Annahme verweigern.
